Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Flexible Kinderbetreuung

Eine gute und planungssichere Kinderbetreuung ist die wichtigste Voraussetzung, damit Frauen mit Kindern ihren Beruf ausüben können. Heute gibt es ganz unterschiedliche Betreuungsformen, die von diversen Trägern angeboten werden. Für berufstätige Mütter und Väter ist es wichtig, eine möglichst flexible Kinderbetreuung zu haben, die mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist.

Rund ein Drittel der Kindertageseinrichtungen werden in Deutschland von den Kommunen angeboten, etwa zwei Drittel von freien Trägern, wie Kirchen, freien Wohlfahrtsverbänden, aber auch Betrieben und Unternehmen. Auch Kindertageseinrichtungen, die von Eltern initiiert werden, sind meist einem der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege zugeordnet. Eine besonders flexible und familiennahe Betreuungsform bieten Tagesmütter und -väter an. Für Schulkinder gibt es nach dem Unterricht Betreuungsangebote an den Schulen oder direkt Ganztagsschulen.

Initiativen des Landes Nordrhein-Westfalen

Damit Frauen nach der Geburt eines Kindes möglichst schnell wieder in den Beruf einsteigen können, werden in Nordrhein-Westfalen die Betreuungsplätze für unter Dreijährige aber auch in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege massiv ausgebaut. Zudem wurden Familienzentren eingerichtet, in denen Betreuung, Bildung von Kindern und Beratung für Eltern gebündelt werden. Zur Verbesserung der Angebote in Randzeiten kann die Betreuung durch Tageseltern auch an Kindertageseinrichtungen angebunden werden. Gesetzlich verankert sind diese Maßnahmen im Kinderbildungsgesetz (KiBiz), das im August 2008 in Kraft getreten ist. Darüber hinaus werden angefangen vom Primarbereich bis hin zu Realschulen und Gymnasien Ganztagsangebote und Ganztagsschulen ausgebaut.

Lokale Initiativen

Bundesweit haben sich zudem Unternehmen, Handelskammern, Kommunen, Kirchen und Eltern in lokalen Bündnissen für Familien zusammengeschlossen. Gemeinsam engagieren sie sich vor allem für Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Bündnisse setzen sich zum Beispiel dafür ein, Arbeitszeiten von Unternehmen und Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen sinnvoll miteinander zu koordinieren. Nordrhein-Westfalen ist mit über 100 Bündnissen das Bundesland mit den meisten lokalen Initiativen dieser Art.

Betriebliche Initiativen

Auch Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern heute Kinderbetreuungsmöglichkeiten an. Einige belegen Plätze in benachbarten Kindertageseinrichtungen, andere richten Eltern-Kind-Zimmer oder eigene Betriebskindergärten ein. Eine betriebliche Kinderbetreuung lässt sich auch im Verbund von mehreren Firmen organisieren, die eine gemeinsame Einrichtung betreiben.

Eigeninitiativen

Einige Eltern werden selbst aktiv und organisieren eine Kinderbetreuung in Eigeninitiative. Diese werden in der Regel unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands geführt. Auch sind manche Kinderbetreuungseinrichtungen an nordrhein-westfälischen Hochschulen in Selbsthilfe von studierenden und beschäftigten Eltern entstanden. Ebenfalls in Eigeninitiative organisieren sich die Mütterzentren, in denen Mütter in Selbsthilfe Beratung und unter anderem eine offene Betreuung leisten. Sie sind mit ihrem niedrigschwelligen Konzept offen für Frauen und Kinder sehr vielfältiger Herkunft.

(frauennrw.de, 01.06.2010)

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