Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Viele Kulturen - ein Ziel?

Am 06. März organisiert das nordrhein-westfälische Frauenministerium Fachtagung und Empfang zum Internationalen Frauentag

Seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen. In Spanien gilt dies seit 1931 und in der Türkei seit 1934. In der Sowjetunion wird das Frauenwahlrecht 1917 eingeführt. 1961 kommt in Deutschland die Antibabypille auf den Markt. In Frankreich wird die Verhütung 1967 legalisiert, und in Spanien verliert die Verhütung 1978 den Status einer strafbaren Handlung. Ein Gesetz, das Frauen vor häuslicher Gewalt schützen soll, wird in der Türkei 1998 erlassen. 2007 verabschiedet Spanien ein neues Gleichstellungsgesetz, das unter anderem Parteien dazu verpflichtet, bei Wahlen mindestens zu 40 Prozent Frauen aufzustellen.

So unterschiedlich die Fortschritte auf dem Weg zur Gleichstellung in verschiedenen Ländern auch sein mögen, so einheitlich sind doch die Ziele der engagierten Frauen und manchmal auch Männer: es geht um die eigene Freiheit und die gleiche Teilhabe an der Gestaltung der Gesellschaft. "Viele Kulturen - ein Ziel?" - Diese Frage kann letztlich nur mit einem Ausrufezeichen beantwortet werden.

Voneinander lernen

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können Verbündete im Kampf um die Gleichstellung von Frau und Mann sein. Davon ist Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, überzeugt. Deshalb möchte er den Blick auf die Erfolge und Schwierigkeiten lenken, die Frauen aus anderen Ländern bei ihrem Streben nach Gleichstellung hatten und haben. Gleichzeitig will er daran erinnern, dass der Emanzipationsprozess in Deutschland alles andere als leicht war und ist. Die Veranstaltung am 6. März 2008 in der Zeche Zollverein in Essen soll über Frauenrechte im europäischen Vergleich informieren und den in Deutschland lebenden Frauen Raum zum Austausch von Erfahrungen geben. "Wir wollen voneinander lernen." schreibt er in der Einladung, die sich vor allem an ein interessiertes Fachpublikum richtet.

Fachtagung

Die Filmemacherin Ulrike Brincker hat in Portraits die Emanzipationsprozesse von vier Frauen festgehalten - drei davon mit Zuwanderungsgeschichte. Dieser Film wird zu Beginn der Veranstaltung gezeigt und im Anschluss durch einen Vortrag der Professorin Helma Lutz über die Entwicklung der Gleichstellung in verschiedenen europäischen Ländern vertieft. In der ersten Runde eines so genannten "Welt-Cafés" ist es dann an den Teilnehmerinnen, sich an verschiedenen international zusammengesetzten Tischen über den Film und den Vortrag auszutauschen. Nach dem Mittagessen werden in den gleichen Runden zu einzelnen Themen, wie Bildung, Gesundheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Lösungsstrategien erarbeitet. "Welche Erfahrungen aus anderen Ländern können uns weiterhelfen?" und "Wie kann den Bedürfnissen von Frauen aus unterschiedlichen Kulturen hierbei Rechnung getragen werden?" sind Fragen, die in diesem Zusammenhang beantwortet werden sollen.

Empfang

Im zweiten Teil der Veranstaltung lädt der nordrhein-westfälische Frauenminister Armin Laschet zu einem Empfang und nimmt politisch zum Thema "Gleichberechtigung" Stellung. Die deutsch-iranische Journalistin Ferdos Forudastan, die durch die gesamte Veranstaltung führt, wird dabei zu Beginn des Empfangs kurz die Diskussionen aus dem Welt-Café zusammenfassen, sodass auch die Frauen, die nur am Empfang teilnehmen, an dem vorangehenden fachlichen Teil partizipieren können. Im Anschluss an die Rede des Ministers tritt Dotschy Reinhardt auf. Sie gilt als eines der großen Talente des deutschen Jazz und hat von dem so genannten Gipsy-Jazz ihres legendären Vorfahren Django Reinhardt ihre eigene Version geschaffen. Die vielfach ausgezeichnete, aus Kroatien stammende Schriftstellerin Marica Bodrožic liest aus ihrem Buch "Sterne erben, Sterne färben. Meine Ankunft in Wörtern" und stellt sich anschließend den Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Den genauen Programmablauf sowie ein Anmeldeformular finden Sie in der Einladung des Frauenministeriums, die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können. Die Anmeldung zur Veranstaltung wird bis zum 25. Februar erbeten.

(frauennrw, 04.02.2008)

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