Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Aufmüpfige Frau von Dortmunder Frauenstiftung geehrt

Dr. Slawomira Walczewska kämpft für ein modernes Frauenbild

Sie hat den Begriff der "gastronomischen Mutter" geprägt, einer Frau, die immerzu um das leibliche Wohl ihrer Familie besorgt ist. "Möchtest du lieber ein Brot mit Schinken oder Käse?", "Bist Du auch satt?", "Es ist auch noch etwas zu trinken da." So die nicht enden wollenden Fragen einer Ehefrau und Mutter auf einer Zugfahrt. Mit solchen Beobachtungen, verdichtet in einem Text und mit einem einprägsamen Bild versehen, leistet Slawomira Walczewska in Polen Aufklärungsarbeit. Am 14. November ist sie für ihr frauenpolitisches Engagement von der Dortmunder Stiftung "Aufmüpfige Frauen" ausgezeichnet worden.

Stiftung "Aufmüpfige Frauen"

Zum zweiten Mal hat die 2006 von der Professorin Sigrid Metz-Göckel ins Leben gerufene Stiftung jetzt einen Preis für das bürgerschaftliche Engagement von Frauen vergeben. 2006 wurden anlässlich der Gründung der Stiftung zwei Frauen geehrt: die Kulturmanagerin Gudrun Koch sowie die Wissenschaftlerin und Hochschulpolitikerin Professorin Dr. Aylâ Neusel. In diesem Jahr wollte die Stiftung mit der Preisverleihung an Walczewska auch die deutsch-polnischen Beziehungen stärken, die gerade für das Ruhrgebiet mit seiner langen Einwanderungstradition von Bedeutung sind, so Metz-Göckel.

Brutstätte für junge Feministinnen

"Dr. Slawomira Walczewska hat sich seit vielen Jahren unter schwierigen Rahmenbedingungen für die Belange von Frauen in Polen eingesetzt", begründete die Stifterin die Entscheidung für die polnische Philosophin und Frauenaktivistin der ersten Stunde. Sie gibt die einzige feministische Zeitschrift in Polen, Zadra, heraus, leitet die Frauenstiftung eFKa und einen kleinen Verlag gleichen Namens. In Krakau hat sie ein Frauenzentrum aufgebaut, das ihre Laudatorin Professorin Bozena Choluj von der Universität Warschau als "Brutstätte" des polnischen Feminismus bezeichnete. "Mit viel Geduld erzieht sie hier die neuen Feministinnen und entlässt sie dann in die Welt", so Choluj. Mit dem Preisgeld von 3.000 Euro will Walczewska auch "gleich zur Stadt gehen und einen Dauermietvertrag für die Räume des Frauenzentrums aushandeln". In ihrer Dankesrede betonte sie, wie wichtig für sie die Anerkennung aus Deutschland ist: "Keine polnische Feministin wurde bisher so ausgezeichnet, sicher nicht im eigenen Land und auch nicht im Ausland."

Feminismus mit gutem Klang

Die einzige Frauenstiftung in Dortmund will laut Stifterin Metz-Göckel bewusst "anstößig" sein und dem Feminismus gleichzeitig einen "guten Klang" geben. Den verantwortlichen Frauen, zu denen neben Metz-Göckel im Stiftungsbeirat auch Dr. Ingrid Lessing, Verlegerin, Karola Pohlhausen, Rechtsanwältin, Felizitas Sagebiel, Wissenschaftlerin, und Hannelore Weihert, Verwaltungsangestellte i.R., gehören, ist dies in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Dortmund, Brigitte Wolfs, auch gelungen. An dem Festakt in der Bürgerhalle des Rathauses der Stadt Dortmund nahmen neben 180 Gästen die polnische Konsulin Marzena Korzeniecka, die Landtagspräsidentin Regina van Dinther und der Dortmunder Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer teil. Den Festvortrag über die Bedeutung der Frauen für die deutsch-polnischen Beziehungen hielt Gesine Schwan, Professorin und ehemalige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina.

Weiterführende Links:

Stiftung Aufmüpfige Frauen

(frauennrw.de, 17.11.2008)

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