Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Internationaler Tag gegen weibliche Genitalbeschneidung

Nordrhein-westfälischer Runder Tisch stellt seine Arbeit vor

Seit 2003 machen Frauenrechtsorganisationen jedes Jahr am 6. Februar auf die Folgen weiblicher Genitalbeschneidung aufmerksam. In Nordrhein-Westfalen sind laut Terre des Femmes mehr als 5.600 Frauen davon betroffen. 2007 wurde daher - initiiert von der Aktion Weißes Friedensband - auf Landesebene ein "Runder Tisch gegen Beschneidung von Mädchen" gegründet. Die Initiative wird unterstützt von Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international, Terre des Femmes, Unicef sowie von Berufsverbänden, Beratungsstellen und weiteren Akteurinnen und Akteuren auf Landesebene. Mit einer Informationsveranstaltung am 6. Februar im nordrhein-westfälischen Landtag stellt der Runde Tisch seine Arbeit der Öffentlichkeit vor.

Ein Schnitt ins Leben

Weibliche Genitalbeschneidung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die lebenslange gesundheitliche und seelische Folgen, wie gefährliche Infektionen, Inkontinenz, lebenslange Schmerzen, Depressionen, Unfruchtbarkeit und lebensgefährliche Komplikationen bei der Geburt, nach sich ziehen kann. Doch viele Behörden, Institutionen und Fachkräfte, die mit betroffenen Frauen und ihren Familien in Kontakt kommen, wissen zu wenig über das Thema. Hier setzt das Konzept des Runden Tisches auf Landesebene an. Alle drei Monate treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der über 40 beteiligten Organisationen und planen gemeinsam Maßnahmen und Projekte. Ziel ist es, die medizinische, soziale und rechtliche Situation betroffener Frauen zu verbessern und Mädchen vor Beschneidung zu schützen.

Runde Tische auch in den Kommunen

Der Runde Tisch in Nordrhein-Westfalen ist eingebettet in die 2004 von der Aktion Weißes Friedensband gestartete bundesweite Initiative "Nein zu Beschneidung von Mädchen". Im Rahmen der Initiative werden vor allem in den Kommunen Runde Tische initiiert, weil die betroffenen Frauen und gefährdeten Mädchen hier am ehesten zu erreichen sind: im Kindergarten, in der Schule, beim Arztbesuch oder Behördengang. Nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens sollen nun zusätzlich auch in anderen Bundesländern Runde Tische auf Landesebene gegründet werden.

Bilanz nach zwei Jahren

In Nordrhein-Westfalen konnte mit dem Runden Tisch sowohl die Zusammenarbeit mit der Politik und den Behörden wie auch mit den Verbänden der Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer intensiviert werden, so Günter Haverkamp von der Aktion Weißes Friedensband. Diese Berufsgruppen sind elementar für die Prävention, denn sie haben früh mit den Mädchen und ihren Eltern Kontakt. "Uns geht es immer noch zu langsam, aber alle planen für ihre Mitglieder inzwischen Fortbildungen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung", so Haverkamp. Eine Dokumentation der bisherigen Arbeit wird am 6. Februar vorgestellt und kann von der Homepage der Aktion Weißes Friedensband heruntergeladen werden.

Ausstellung im Landtag

Bei der Informationsveranstaltung am 6. Februar wird in der Wandelhalle des nordrhein-westfälischen Landtags die Ausstellung "Sie versprachen mir ein herrliches Fest" eröffnet. Sie informiert in Bildern, Zitaten und Texten über Fakten und Hintergründe weiblicher Genitalverstümmelung und stellt afrikanische Aktivistinnen und ihre Initiativen vor. Die Ausstellung ist bis zum 16.2.2009 montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr zu sehen. Um Anmeldung unter Telefon-Nr. 0211-884-2422 wird gebeten.

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 05.02.2009)

Beratungsstellenfinder

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