Waris Dirie startet zusammen mit Frauenrechtsorganisationen am 6. Februar 2010 die Kampagne "Stop FGM now!"
Am 6. Februar, dem internationalen Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" wird weltweit wieder auf die Folgen dieser grausamen Tradition aufmerksam gemacht. Waris Dirie, Model, Menschenrechtsaktivistin und selbst Betroffene startet dann ihre Kampagne "Stop FGM now!" ("Stoppt Genitalverstümmelung jetzt!"). Unterstützt wird sie dabei von führenden Organisationen, die sich im Kampf gegen FGM (Female Genital Mutilation) engagieren. Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, die aktuelle Situation betroffener Frauen in Deutschland zu beleuchten, einen Durchbruch für den Schutz bedrohter Mädchen zu erzielen, politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen und Interessierten konkrete Möglichkeiten zur Förderung und Unterstützung von Projekten zu geben.
Bei den weiteren Aktivitäten anlässlich des internationalen Tages "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" ist in Deutschland die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes e.V. federführend. Im Rahmen der Kampagne "Kein Schnitt ins Leben!" organisieren Städtegruppen von Terre des Femmes zusammen mit Buchhandlungen Büchertische und gestalten Schaufenster zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Die Aktion wird in diesem Jahr erstmals auch von Buchverlagen unterstützt. Sie weisen auf Bücher von Betroffenen hin und verlinken auf die Terre des Femmes-Website.
In Nordrhein-Westfalen leistet die Organisation stop mutilation e.V. mit Sitz in Düsseldorf Aufklärungsarbeit und ist zugleich Anlaufstelle für betroffene oder bedrohte Mädchen und Frauen. Seit 2007 gibt es, initiiert von der Aktion Weißes Friedensband e.V., auf Landesebene zudem einen "Runden Tisch gegen die Beschneidung von Mädchen". Sein Ziel ist es, Behörden, Institutionen und Fachkräfte über das Thema zu informieren und so die medizinische, soziale und rechtliche Situation betroffener Frauen zu verbessern und Mädchen vor Beschneidung zu schützen. Der Integrationsbeauftragte der Landesregierung hat im vergangenen Jahr eine Informationsschrift zum Thema weibliche Genitalverstümmelung herausgegeben.
Laut Terre des Femmes sind weltweit 150 Millionen Frauen und Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Viele leiden in Folge des Eingriffs für den Rest ihres Lebens unter Schmerzen und negativen gesundheitlichen Folgen. So kann zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt sein, und Geburten können lebensgefährliche Komplikationen mit sich bringen. In Nordrhein-Westfalen leben nach Schätzungen von Terre des Femmes 5.000 bis 6.000 Frauen aus afrikanischen Ländern, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt wurden. Dazu kommen Frauen aus Staaten der arabischen Halbinsel, wie dem Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten, für die keine Schätzungen vorliegen.
"frauennrw.de" hat im Vorfeld des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung mit der Initiatorin des Düsseldorfer Vereins stop mutilation Jawahir Cumar gesprochen und die 33-jährige Somalierin porträtiert.
(frauennrw.de, 03.02.2010)