Frauenanteil in Deutschland im Vergleich zu den EU-Mitgliedstaaten noch unterdurchschnittlich
Mit den "She Figures 2009" hat die Europäische Kommission - wie bereits 2003 und 2006 - ihre neueste Zusammenstellung von Statistiken und Indikatoren zu Frauen in der Wissenschaft publiziert. Die Daten von 2006 und 2007 geben einen Überblick über die Zahl der Wissenschaftlerinnen, die Verteilung über die Fächergruppen, ihren Anteil im Karriereverlauf sowie ihren Zugang zu Entscheidungspositionen. In den Statistiken wurden die 27 europäischen Mitgliedstaaten sowie Kroatien, Island, Israel, Norwegen, die Schweiz und die Türkei berücksichtigt.
Danach waren 2006 europaweit 30 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiblich und 2007 hatten Frauen 19 Prozent der höchst dotierten Professuren inne. Der Wissenschaftlerinnenanteil war 2006 in der außeruniversitären Forschung mit 39 Prozent am höchsten. Es folgen die Hochschulen mit 37 Prozent und die industrielle Forschung mit mageren 19 Prozent.
Im europäischen Vergleich stellt sich der Frauenanteil in der Wissenschaft in Deutschland noch unterdurchschnittlich dar: Lediglich 21 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (2006) und 12 Prozent der höchst dotierten Professorinnen und Professoren (C4, W3, 2007) waren Frauen. Doch die Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft kommt voran. So stieg der Frauenanteil an den C4- und W3-Professuren in Deutschland von 2002 bis 2007 um vier Prozentpunkte und bei der jährlichen Steigerungsrate der Zahl der Wissenschaftlerinnen insgesamt (2002 - 2006) liegt Deutschland mit 5,8 Prozent nur leicht unter dem europaweiten Durchschnitt (6,3 %).
(frauennrw.de, 03.02.2010)