Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Minister Laschet würdigt beispielhaftes Engagement von Nobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi:

 "Eine Demokratie braucht nicht nur Freiheit und Werte, sondern vor allen Dingen mutige Menschen"

Presseerklärung vom 20.05.2010

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

"Für Sie, Frau Dr. Ebadi, ist das Recht das Mittel, mit dem Sie besonders die Stellung von Frauen und Kindern im Iran stärken wollen. Mit Ihrem Engagement und Ihrem Mut, machen Sie auf herrschende Missstände aufmerksam und geben vielen Menschen die Möglichkeit auf etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber oftmals nicht ist: Die Möglichkeit, Gebrauch von ihren  Menschenrechten zu machen", sagte heute (20. Mai 2010) Integrationsminister Armin Laschet anlässlich der Verleihung des  Internationalen Demokratiepreises Bonn an die iranische Nobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi.

Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn e.V. würdigt mit diesem Preis Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Demokratie verdient gemacht haben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung hat das Ziel, eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklungen der Demokratisierung zu schlagen. Die Verleihung findet in Bonn statt. Diese als UN-Stadt ist Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und steht für Demokratie und Internationalität.

Dr. Ebadi setzt sich seit vielen Jahren trotz massiver Behinderung ihrer Arbeit als Anwältin und Menschenrechtlerin für politisch Verfolgte im Iran ein. 1975 hatte Dr. Ebadi als erste Frau den Senatsvorsitz des Teheraner Stadtgerichts übernommen. Kurz nach der iranischen Revolution 1979 wurde sie dieses Amtes enthoben, erst 1993 durfte sie wieder in ihrem Beruf als Anwältin arbeiten. Doch der Druck seitens der iranischen Regierung dauert noch an: Noch im Jahr 2000 wurde Dr. Ebadi verhaftet und erhielt erneut Berufsverbot, inzwischen arbeitet sie wieder als Rechtsanwältin.

Besonders die Situation der Frauen liegt Dr. Ebadi am Herzen: Obwohl die iranischen Frauen überdurchschnittlich gut ausgebildet sind und über zwei Drittel der Studenten an den Universitäten stellen, werden Frauen nach wie vor im Iran stark diskriminiert. Eine Scheidung kommt für eine Frau nur in extremen Ausnahmefällen in Frage, Arbeiten und Reisen dürfen Frauen nur mit Zustimmung ihres Mannes.

Viele iranische Frauen setzen sich trotz der damit verbundenen Gefahren mutig für ein Mehr an Freiheit und Demokratie im Iran ein. Minister Laschet dankte Dr. Ebadi, deren engagierter und mutiger Einsatz ein Beispiel auch für die Menschen in westlichen Demokratien sei und schloss mit den Worten: "Gerade wir hier in Deutschland wissen angesichts unserer Historie sehr gut: Eine Demokratie braucht nicht nur Freiheit und Werte, sondern vor allen Dingen mutige Menschen."

 

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