Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Unter Nachbarinnen

 In Münster wird ein Frauenwohnprojekt realisiert

In Münster werden derzeit zwei Häuser gebaut, die ausschließlich von Frauen bewohnt werden sollen. Für die Initiatorinnen des Projekts, Heidi Müller und Rita Maria Meyer, geht damit ein Traum in Erfüllung. Bereits seit 2004 haben sie an der Idee eines Frauenwohnprojekts gearbeitet. Mit der Unterstützung der Stadt und ihrer Baugesellschaft, der Wohn-, und Stadtbau, kann es nun realisiert werden. Baustart für den ersten Abschnitt mit dreizehn Wohnungen war Anfang Mai. Der Baubeginn des zweiten Wohnhauses soll im Januar 2011 erfolgen. Eine der Wohnungen und der 400 Quadratmeter große Garten werden allen Frauen zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stehen.

Ein Haus nur für Frauen

Die zukünftigen Bewohnerinnen finden sich seit April dieses Jahres zusammen. "Unser erstes Informationstreffen Ende März ist auf unerwartet große Resonanz gestoßen", berichtet Heidi Müller. 40 Frauen haben bislang ihr Interesse am Frauenwohnprojekt angemeldet. Auf dem Grundstück in der Innenstadt werden 20 Wohnungen entstehen. Neun der im ersten Bauschritt fertiggestellten 43 bis 76 Quadratmeter großen Wohnungen werden nach Einkommen gestaffelt öffentlich gefördert (Wohnberechtigungsschein A+B), drei sollen frei finanziert sein. Eine Gruppe erarbeitet nun in monatlichen Arbeitstreffen und regelmäßigen informellen Zusammenkünften das detaillierte Konzept der Wohnidee. Die Arbeitstreffen werden von Birgit Pohlmann, Beraterin für Frauenwohnprojekte, moderiert. Sie stellte den ersten Kontakt zur Wohn- und Stadtbau her und steht den Frauen nun auch bei der weiteren Projektentwicklung zur Seite. Die Wohnungen, die erst im kommenden Jahr errichtet werden sollen, können noch mitgestaltet werden.

Unterstützende Hausgemeinschaft

Bunt soll sie werden, die Frauengemeinschaft in der Grevenerstraße. Einziehen können Frauen jeden Alters, egal ob Single, Mütter mit Kindern, Freundinnen oder Paare. Nur eine Voraussetzung sollten die Frauen unbedingt mitbringen: "Sie sollten interessiert daran sein, eine unterstützende Hausgemeinschaft aufzubauen", sagt Heidi Müller. Häufig besteht gerade bei Frauen, die nicht in einer traditionell heterosexuellen Paarbeziehung leben, das Bedürfnis nach einem alternativen Konzept des Zusammenlebens. Ältere Frauen oder alleinerziehende Mütter sind oft auf Hilfe angewiesen, die in konventionellen Mietgemeinschaften nicht ohne Weiteres gewährt wird. Das Frauenwohnprojekt will hier Abhilfe schaffen und gleichzeitig Frauen mit geringerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum bieten. "Wie sich unser Zusammenleben dann im Konkreten gestaltet, werden wir gemeinsam in den kommenden Monaten ausarbeiten", sagt Müller.

Weitere Informationen zum Projekt bei den Initiatorinnen Heidi Müller und Rita Meyer. Kontakt unter E-Mail: frauenwohnen@t-online.de

(frauennrw.de, 21.05.2010)

 

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