Thema: "Globalisierung in der Medizin - Herausforderungen und Chancen"
Wie können gemeinsamen Strategien für die Müttergesundheit in Asien, Afrika und Europa aussehen? Welche medizinischen Hilfen gibt es bei häuslicher Gewalt gegen Frauen? Dies sind Fragen, die rund 600 Ärztinnen aus über 40 Ländern vom 28. bis 31. Juli in Münster diskutieren. Der viertägige wissenschaftliche Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB) beleuchtet die Chancen, aber auch die Herausforderungen einer globalen geschlechtersensiblen Medizin. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ernährung, Sucht, epidemische Erkrankungen, medizinische Grundversorgung, Gender Strategien, Gewalt gegen Frauen, Pubertät und Sexualität. Die Schirmherrschaft des 28. Internationalen Weltärztinnenkongresses hat die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. med. Ursula von der Leyen, übernommen.
Gender Mainstreaming in der Medizin
Den Eröffnungsvortrag hält Professorin Dr. Ilona Kickbusch aus Genf, ehemalige Direktorin der Weltgesundheitsorganisation. Sie stellt die Frage: "Wie global ist die Gesundheit?" In Arbeitsgruppen werden spezifisch medizinische Themen, wie die Erkrankung von Frauen an AIDS, Malaria, Tuberkulose und Gebärmutterhalskrebs, erörtert. Aber auch grundsätzlichere Diskussionen haben ihren Platz. So vertritt die Dortmunder Allgemeinärztin Dr. Waltraud Diekhaus in einer Arbeitsgruppe ihre Überzeugung: Gender Mainstreaming in der Medizin verbessere die Gesundheit von Frauen.
Installation: Kriegsgewalt gegen Frauen
Ein Höhepunkt des Kongresses wird die Installation "Frauen (auf) Marsch" der Frauenhilfsorganisation "medica mondiale" am Eröffnungstag sein. Mit 36 lebensgroßen Figuren wird auf dem Lamberti-Kirchplatz in Münster auf die Verbrechen an Frauen in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam gemacht. Am Abend wird Dr. Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale und Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises 2008, im Rathaus von Münster über ausgewählte Projekte von medica mondiale berichten. Am Folgetag wird sie auf dem Kongress zum Thema Kriegsgewalt gegen Frauen referieren.
Weiterführende Links:
(frauennrw.de, 26.07.2010)