In Köln wurden die Gay Games 2010 erfolgreich beendet
Insgesamt mehr als 10.000 lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle Sportlerinnen und Sportler nahmen an den achten Gay Games in Köln teil. Teilnehmer aus 70 Nationen zeigten vom 31. Juli bis zum 7. August ihr Können in insgesamt 35 Sportarten. Die Schirmherrschaft über die diesjährigen Gay Games hatte der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle inne. Einige der Sportler und Sportlerinnen reisten aus Ländern an, in denen sie von einem schwulen Außenminister nur träumen können. Wie etwa die chinesische Läuferin Karen Liao, die sich in der "gay Stadt Köln" richtig wohl fühlte.
Jeder kann teilnehmen
Die ersten Gay Games fanden 1982 in San Francisco statt. Schöpfer der Gay Games war Tom Waddell, ein US-Zehnkämpfer der Olympischen Spiele 1968. Das Prinzip der Gay Games lautet: Unabhängig von Fähigkeiten, Alter, sexueller Orientierung, Rasse, Geschlecht, Nationalität, politischer oder religiöser Überzeugung, ethnischer Orientierung oder HIV-Status, jeder kann teilnehmen. Es ist der Spaß und nicht die Leistung, die bei den Gay Games im Vordergrund stehen soll. Zusätzlich wollen die Spiele einen Beitrag zur Anerkennung schwul-lesbischer Lebensformen leisten. Den Organisatoren war es ein Anliegen besonders auch denjenigen Sportlerinnen und Sportlern eine Teilnahme zu ermöglichen, die auf Grund der gesellschaftlichen oder kulturellen Situation in ihrem Heimatland immer noch stark diskriminiert werden. Ausgewählte (finanziell) benachteiligte Athletinnen und Athleten erhielten daher ein Stipendium. Eine der Stipendiatinnen war die chinesische Läuferin Karen Liao.
Ein Outing in China ist schwierig
Karen Liao war in ihrer Disziplin, dem 5000 m Lauf, zwar nicht die Schnellste, lief aber persönliche Bestzeit. Die lesbische Sportlerin, die sich gegenüber Eltern und Kollegen bereits geoutet hat, gehört in China eher zu den Ausnahmen. Speziell das Outing gegenüber den Eltern beschreibt Liao in China als schwierig. Bei uns gilt immer noch "Du musst heiraten und Kinder bekommen", sagt die Studentin. Sich bei sportlichen Wettbewerben zu outen ist gleichfalls problematisch: "Normalerweise riskierst du deine Karriere im professionellen Sport." Die Atmosphäre während der Spiele in Köln, die sie als echte "gay" Stadt wahrnahm, hat Liao daher besonders genossen.
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(frauennrw.de, 09.08.2010)