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Frauen in Führungspositionen weiterhin die Ausnahme

Aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Nach wie vor schaffen es Frauen kaum in Führungspositionen der deutschen Privatwirtschaft. Je höher die Ebene, desto weniger Frauen. Dies sind die zentralen Ergebnisse des Führungskräfte-Monitors 2010, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vorgelegt hat. Zudem verdienen weibliche Führungskräfte weniger als ihre männlichen Kollegen. Karrierehemmend sind vor allem die Familiengründung und die geschlechtsspezifische Teilung des Arbeitsmarktes.

Frauenanteil an Spitzenpositionen stagniert

Seit 2006 ist der Anteil der Frauen an den Führungskräften in der Privatwirtschaft mit 27 Prozent unverändert. Am häufigsten sind Frauen in Führungspositionen auf der unteren Managementebene vertreten (39 %). Männer dominieren auf allen Führungsebenen. So sind auch die Vorstände großer Unternehmen immer noch fast ausschließlich männlich besetzt. Auch der Verdienstunterschied (gender pay gap) von Frauen und Männern in Führungspositionen ist gleich geblieben. Im Jahr 2008 lag er bei 28 Prozent und damit fast so hoch wie 2001.

Positive Trends

Der Bericht zeigt aber auch positive Entwicklungen auf, die die Aufstiegschancen von Frauen erhöhen: Weibliche Führungskräfte arbeiten heute häufiger als früher in Großbetrieben und weniger in Kleinbetrieben. Beide Geschlechter sind immer mehr in Berufen tätig, die ähnlich oft von Frauen und Männern ausgeübt werden. Zudem haben die Frauen von 2001 bis 2008 bei ihrer Qualifikation zugelegt: Der Anteil an Führungsfrauen mit Hochschulabschluss hat sich um sieben Prozentpunkte auf 67 Prozent erhöht (Männer: 62 %). Diese Entwicklungen reichen laut der Autorinnen des Berichts jedoch nicht aus, um eine Trendwende bei der Besetzung von Führungspositionen und in Richtung gleicher Verdienste herbeizuführen.

Karrierebremsen für Frauen

Als wichtigste Ursache für diese Stagnation identifizieren die DIW-Forscherinnen die Familiengründung. Hausarbeit und Kindererziehung lassen sich mit den Arbeitszeiten einer Führungskraft kaum in Einklang bringen. Dementsprechend ist der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Altersgruppe der unter 35-Jährigen, wenn noch keine Kinder vorhanden sind, am höchsten (37 %). Unter den vollzeitbeschäftigten Führungskräften leisten Frauen deutlich mehr Familienarbeit als Männer. Im Schnitt übernehmen männliche Führungskräfte 20 Prozent der Hausarbeit in einer Partnerschaft, weibliche hingegen 60 Prozent.

Zielsetzung bisher nicht erreicht

Der Führungskräfte-Monitor 2010 ist eine Folgestudie zum Führungskräfte-Monitor 2001-2006. Der Bericht basiert auf Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und Sondererhebungen. Die Studie geht auf die im Jahr 2001 geschlossene "Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft" zurück. Mehr Frauen in Führungspositionen war ein ausdrückliches Ziel der Vereinbarung. Dieser Anspruch kann, so das Fazit der DIW-Autorinnen, für die Spitzengremien der Unternehmen als gescheitert angesehen werden.

Politikempfehlungen

In ihrer Diskussion der aktuellen Ergebnisse verweisen die Autorinnen darauf, dass Studien zu frauengeführten Unternehmen den Erfolg von Frauen in Führungspositionen belegen. Auch vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Fachkräftemangels plädieren sie für eine verstärkte Einbindung von Frauen in Führungspositionen. Für die Politik gelte es, Unternehmen wie Führungskräfte mit entsprechenden Rahmenbedingungen und Anreizen in ihren Aktivitäten zu unterstützen.

Weiterführender Link:

 

(frauennrw.de, 17.08.2010)

 

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