Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Office-Tool soll beim geschlechtergerechten Schreiben helfen

img_Computerarbeit_Cornelia_Menichelli_pixelio_deWer Microsoft Word benutzt, kann sich jetzt kostenlos ein neues "Word Add-In" herunterladen, das fertige Texte auf ihre Geschlechtergerechtigkeit hin prüft und alternative Formulierungsvorschläge unterbreitet. Das Werkzeug hat jedoch - noch - Schwächen.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern hat auch eine sprachliche Dimension. Wer deutsch schreibt oder spricht, verwendet in der Regel vorwiegend männliche Formen. Frauen seien mitgemeint, heißt es häufig. Doch wer stellt sich schon eine Ärztin vor, wenn von Ärzten die Rede ist? Damit das geschlechtergerechte Schreiben staatlichen Bediensteten künftig leichter von der Hand geht, ließ die österreichische Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst, Gabriele Heinisch-Hosek, das weltweit erste Office-Tool für geschlechtergerechte Sprache entwickeln. Das Werkzeug, das sie Mitte 2011 vorstellte, kann unter http://gendering.codeplex.com/ kostenlos heruntergeladen werden und ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern von Word 2010 einen fertig geschriebenen Text auf seine Geschlechtergerechtigkeit hin zu überprüfen. Ein Test zeigte jedoch, dass das Tool noch Schwächen aufweist. Die Änderungsvorschläge beschränken sich auf Substantive und berücksichtigen vornehmlich Wörter auf -er. Für "Chef" beispielsweise gibt es keinen Alternativvorschlag.

An eigener Kreativität führt daher auch mit Unterstützung der neuen Software kein Weg vorbei. Tipps und Hinweise, worauf bei der geschlechtergerechten Formulierung von Texten zu achten ist, stellte das Gleichstellungsbüro der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen in der Broschüre "Geschlechtergerechte Sprache" zusammen. Das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlichte die Broschüre „Gleichstellung von Frau und Mann in der Rechtssprache - Hinweise, Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele“. Die Universitätsstadt Marburg bietet auf ihrer Website ein Faltblatt "Geschlechtergerecht schreiben und sprechen, so geht's!" zum Download an.

(frauennrw.de, 27.01.2012)

Foto: Cornelia Menichelli / pixelio.de

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